update oktober 2018

Es tut so gut, dass immer wieder auch lustige Dinge passieren, während wir hier den Rehabilitierungsprozess verfolgen. Wenn Früchte rar werden, müssen wir zusätzliches Futter anbieten. So war eines Tages die „Jackfruit“ auf dem Speiseplan. Die Schale ist ziemlich klebrig, und Mamat tat sich schwer, diese Frucht so zu fressen, dass er sie nicht anfassen musste. Offenbar will Mamat seine Finger nicht schmutzig machen...

über die kleine Liesje

Es ist mittlerweile fünf Monate her, dass Tanjung ein Baby bekam, und sie kümmert sich seitdem aufopfernd um ihre kleine Liesje. Bis vor kurzem war Liesje immer auf Tanjung´s Rücken, aber nun beginnt sie, alleine den Boden zu erkunden. Aber immer in der Nähe ihrer Mutter, die immer ein Auge auf sie hat. Die Kleine beginnt auch langsam, an den Früchten zu kosten, die Tanjung bekommt. Die beiden werden bald in die Waldschule gebracht werden können. 

+++good news+++

MAMAT und Tanjung sind im Juni 2018 Eltern geworden - sie haben ein Orang Utan Mädchen, sie heißt "Liesje"!!!

die geschichte von liesje

Liesje ist der Name den wir Tanjung´s Baby gegeben haben. Sie wurde nach Liesbeth van der Burgt benannt, die bei uns in Sintang als Voluntärin gearbeitet hatte. Sie wurde von ihren Freunden Liez genannt, und so wird auch das Liez Center in Jerora heißen. Mit der baldigen Fertigstellung der Jerora Waldschule, die zum Teil mit Geldern ermöglicht wurde, die von Liesje organisiert wurden, scheint es zeitmäßig perfekt, jetzt dieses Orang Utan Baby nach ihr zu benennen.  Liesbeth verstarb vor nicht allzu langer Zeit, und es ist uns ein Bedürfnis, ihr auf diesem Wege zu danken. Die "je"-Endung des Namens kommt im Holländischen von einer Verniedlichung für Kindernamen. Und so wie Liesbeth besonders war, ist auch dieses Baby etwas Besonderes. Liesje, das Orangutan Baby, ist das Kind von Mamat und Tanjung. Mamat, der völlig bewegungsunfähig zu uns kam, und der bereits schon aufgegeben war, wurde jetzt, fünf Jahre später Vater. Mamat wird wahrscheinlich nie in Freiheit leben können, aber seine kleine Tochter hat sehr gute Chancen, dieses Ziel zu erreichen und zurück in den Dschungel von Borneo gehen zu können.

Liesje ist völlig gesund und Tanjung ist eine gute Mutter. Gleich nach der Geburt wollte Tanjung keine Früchte fressen, warum auch immer, nur Rattan Sprösslinge. 

Liesje spielt am liebsten mit den langen Haaren ihrer Mutter, außer, wenn Tanjung sie auf ihren Rücken nimmt. Sie tut das mit großer Vorsicht. Wenn es regnet und Liesje sitzt auf ihrem Lieblingsplatz - dem Hinterkopf der Mama - schützt Tanjung das Baby mit einem großen Blatt! Wenn das Baby weint, streichelt Tanjng seinen Rücken und alles wird wieder gut.

 

Tanjung mag aus unerfindlichen Gründen keine weiblichen Pfleger um sich. Jedoch fast alle unseres männlichen Teams können sich ihr problemlos nähern und prüfen, wie es Liesje geht. Doktor Jati dürfte einen besonderen Draht zu Tanjung zu haben. Als er eines Tages zu ihr kam, und fragte, wo denn Liesje sei, holte Tanjung das Baby aus einer Ecke hervor und zeigte sie bereitwillig dem Arzt.  Dann fragte er, ob er das Baby untersuchen darf, und Tanjung ließ es sogar zu, dass er das kleine Wesen berührte, und sogar hochheben durfte! 

Das Ergebnis der Untersuchung war positiv. Keine Unterernährung, keine Deydration, alles in Ordnung. So konnte er das Baby vorsichtig wieder zurück in Tanjungs Arme legen. Die Mutter war völlig entspannt, das ist wirklich ein großes Privileg. 

Wir werden Sie laufend mit Informationen versorgen, wie es der kleinen Liesje geht, und Bilder schicken.

 

Wir im Sintang Orang Utan Center sind sehr dankbar für jede Unterstützung. Wir hoffen auch, dass Liesje auch noch mehr Menschen dazu motivieren kann, uns zu helfen. Es gibt immer noch sehr viele Orang Utans, die aus den verschiedensten Gründen gerettete werden müssen. In den letzten fünf Wochen übernahmen wir die Verantwortung und Pflege von weiteren vier Orang Utans. Jeder Einzelne von ihnen ist besonders und genauso wertvoll. Wir tun unser Bestes, um diesen Geschöpfen ein Überleben zu sichern.

 

WIR BRAUCHEN DRINGEND FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG, bitte geben Sie, was immer Sie können. 

Stand August 2018:

In den letzten sechs Monaten wurden sechs Orang Utans in die Freiheit entlassen

Vier Orang Utans wurden in den letzten fünf (!!) Wochen neu aufgenommen.

37 Tiere werden momentan in Sintang gepflegt

... und weitere warten auf ihre Rettung durch unser Team.

 

Willie Smits, 3. August 2018

Der Tierarzt darf Tanjung und ihr Baby berühren, es sogar untersuchen. Das ist in diesem Fall ein echtes Privileg, denn Tanjung ist wählerisch im Umgang mit Menschen.

Das ist Liesje, mit ca. zwei Wochen, auf dem Rücken ihrer stolzen Mutter Tanjung. Wir müssen immer noch sehr vorsichtig sein und auf das Baby aufpassen, denn wir haben viele wilde und unerfahrene männliche Tiere in den Käfigen, die für das Baby zur Gefahr werden könnten. Wir müssen erst sicherstellen, dass Tanjung ihr Baby nicht den anderen Tieren zum Spielen überlässt.

Ziel ist natürlich, Liesje alles beizubringen, was ein Orang Utan lernen muss. Das wird in etwa sieben Jahre dauern, und dann kann sie hoffentlich hoch oben in den Baumkronen Nester bauen und ihre Freiheit genießen. 

® Originaltext frei übersetzt - in Englisch finden sie HIER.

update Juni 2018

Mamat klettert auf Bäume..

Mamat ist seit cirka vier Jahren in der Waldschule und seine Fortschritte sind langsam aber stetig. Er hat immer noch Probleme beim Klettern, da seine Muskeln nachhaltig geschädigt sind von der fürchterlichen Haltung und sein Augenlicht wurde schlechter, weil er in seinen wichtigsten Entwicklungsjahren mangelernährt war.

Doch trotz seines Handycaps macht er Fortschritte. Er benutzt seinen Geruchssinn, um sich zu orientieren. Er riecht Futter und seine Pfleger um ihn herum.

Eines Tages wollte er, dass einer der Pfleger mit ihm spielen soll. Der jedoch wollte nicht wirklich mitmachen. So hielt der Pfleger Abstand zu Mamat. Aber Mamat blieb beharrlich und kam ihm wieder näher. So versteckte der Pfleger sich schließlich hinter einem Baum. 

Als Mamat weder andere Orang Utans noch seinen Pfleger um sich sah, begann er zu suchen... langsam aber ziemlich zielstrebig fand er den Pfleger, der sich "sicher" wähnte in seinem Versteck. 

update frühjahr 2018

Im Regenwald müssen Orang Utans die Fähigkeit haben zu überleben und zu wachsen. Wenn sie auf die Welt kommen, lernen sie das alles von ihren Müttern. Es dauert Jahre, bis sie dann ins Erwachsenenleben "entlassen" werden.

Im SOC geben wir ihnen die Möglichkeit, in Tembak, unserem Trainingswald, diese Fähigkeiten zu erlernen. 

Mamat war unterwegs, als er eine Rattanpalme entdeckte. Er blieb neben dem Baum sitzen und inspizierte die Äste genau. Er sah die Dornen und er schaffte es, einen Ast abzubrechen und so abzuschälen, dass er an das Innere des Stammes kam, ohne sich zu verletzen!

updates Mamat, Dezember 2017

 

 Der einsame Waldaufseher

Da Mamat leider noch nicht gut darin ist, Futter zu finden, Nester zu bauen, oder Bäume hoch zu klettern, findet er andere Dinge, um sich zu beschäftigen. Üblicherweise spielt er mit den Anderen unten am Boden nahe dem Zaun, wo der Wald ein bisschen lichter ist. Eines Tages jedoch tat Mamat etwas völlig Unerwartetes: als alle anderen Orang Utans bereits weg waren, entschied er sich, ganz alleine auf Erkundungstour im tiefen Wald zu machen. Er begann sogar, ein bisschen höher zu klettern und von Baum zu Baum zu schwingen. Er begann, nach Ameisennestern zu suchen und fand sogar ein paar Blätter zum Fressen. Er hat das noch nie getan, aber er schien es umso mehr zu genießen.

Mamat scheint nicht sehr gute Fortschritte zu machen, aber das macht es umso schöner, wenn er dann doch kleine Erfolgserlebnisse hat. Er zeigt es nicht, aber er scheint die richtigen Instinkte zu haben, Dinge zu erforschen. Es scheint jedoch so, dass er diese lieber im "wirklichen" Wald auslebt und ausprobiert.

Die Einsamkeit hat Vorteile, aber Mamat kommt sehr gut mit den Babies und den anderen, älteren Orang Utans zurecht. Seine Freundschaft zu Molly und Tanjung hat seine Motivation zum Klettern gefördert im letzten Jahr. Wer weiß, vielleicht schafft er es doch eines Tages, sich ein Nest zu bauen.

Seine Schritte sind klein und langsam, aber er macht sich immer besser. Wir hoffen, dass seine Motivation nicht nachlässt und er weiter so neugierig bleibt.

 

Quelle: Text und Bild ®Sintang Orang Utan Center www.soc.or.id