Newsletter aus 2015

Letzte Neuigkeiten über die Orangutans im SOC

AGUNG ist ein sehr stiller und sehr dünner Orang. Er ist auch viel zu klein für sein Alter. Wahrscheinlich der schlechten Nahrung wegen, die er als Baby bekommen hatte. Obwohl "Agung" "Der Größte" heißt, wird er oft von den anderen gemobbt. Er bekommt eine sehr große Auswahl an Futter von uns, damit er alles kennenlernt und auswählen kann.  Leider isst er aber trotzdem nur Bananen, manchmal Papayas oder Orangen- dafür bekommt er viel davon. Wir sind sicher, dass er mit viel Liebe und noch mehr Futter Fortschritte machen wird.

Bablu, hat immer noch Schwierigkeiten, eine  Beziehung zu unserem Personal aufzubauen. Trotzdem liebt sie es, wenn unser Tierarzt, Vicktor, ihr die Kinnhaare krault und daran zieht. Ihre Vorbesitzer taten das offensichtlich früher mit ihm. Wir fördern es nicht, dass Orang Utans "nett" zu Menschen sind, aber es ist natürlich wichtig, dass sie mit den Tierpflegern ein gutes Verhältnis haben. Bablu´s Verhalten ist ziemlich unberechenbar, manchmal hat sie gute Tage, manchmal schlechte. Das ist aber nicht nur den Orang Utans eigen, wie wir wissen.

Bembi: sie macht sich wirklich gut in den Sozialisierungs-Käfigen, was nicht überrascht, weil sie eine extrem gescheite Persönlichkeit hat. Früher hat sie die meiste Zeit mit Tanjung und Penai verbracht, aber sie wechselt nun die Käfige ziemlich regelmäßig. So inter-agiert sie mit vielen Tieren. Sie kann sogar mit der grantigen Bablu in einem Käfig sein. Die beiden spielen zwar nicht miteinander, geben sich aber genug Raum, und streiten nie miteinander. Bembi kommt auch gut mit Agung aus, der sonst immer unterdrückt wird. Bembi ist ihm aber größenmäßg gleich, so behandeln die beiden sich ausgeglichen. Bembi´s neue beste Freundin ist Molly, die im selben Alter ist. Die beiden sind die jüngsten in der Jugendlichen-Gruppe, es tut gut, zu sehen, wie gut es ihnen geht.

Unlängst, als die Orang Utans ihr Material für die Nester bekamen, begann Bembi die Blätter zu sortieren. Sie war offenbar verwirrt. Wir haben ihr geholfen und gezeigt, wie es geht. Sie schaute konzentriert zu, und sofort als das Nest fertig war, lag sie schon drinnen. Es war irgendwie so, als hätte sie das absichtlich gemacht... vielleicht war sie einfach zu faul??

Aber sie ist wirklich unfassbar intelligent: eines Tages, als Jessie, eine unserer Pflegerinnen mit einem anderen Baby beschäftigt war, hat sich Bembi vor sie gestellt, hat zu jammern begonnen, und immer wieder über Jessie´s Kopf geschaut. - Als Jessie hochblickte, schlingelte sich über ihrem Kopf eine Schlange.....

Cemong ist eine sehr gute Kletterin. Eines Tages ließen wir sie um etwa neun Uhr morgens raus auf die Bäume, und als sie dann endlich wieder herunter kam, war es vier Uhr Nachmittag. Sie schwingt sich von einer Baumkrone in die andere, und es tut unheimlich gut zu sehen, wie wohl sie sich da oben fühlt.

Dora hat leider immer noch Probleme mit ihrem Magen-Darm-Trakt. Deshalb ist sie noch immer in Quarantäne. Sie hat immer wieder nach den Pflegern gerufen, wenn sie vorbeigingen. Aber mit der Zeit wurde auch das besser, und sie beginnt sich gut einzuleben. Wir hoffen, das sie bald zu den anderen Babys darf.

Gagas: es ist eines der wichtigsten Dinge, dass die Orang Utans so viel verschiedene Arten von Nahrung kennenlernen, bevor sie wieder in die Wildnis zurück können. Das sichert ihnen das Überleben. Sie müssen auch in "mageren Zeiten" wissen, wie sie überleben können. Gaga´s Begeisterung ist nicht sehr groß, wenn es um Abwechslung geht. Ein Gemüse namens Buahbenggkowang scheint sein Favorit zu sein. Das ist eine Art Kartoffel. Was immer er in der Hand hat, wenn er diese Kartoffel sieht, lässt er alles fallen und will sofort wieder Buahbenggkowang.... er macht sich gut und macht Fortschritte.

Iga: Orang Utans müssen lernen, was gut für sie ist und was nicht. Was gefährlich sein kann oder unangenehm. Manche Ameisen zum Beispiel können beißen, andere wiederum sind harmlos. Bienen müssen erst mal kennengelernt werden, damit sie verstehen, dass sie auch stechen können. Joy kam eines Tages aus der Baumkrone mit einem komplett zerstochenen Gesicht. Jojo machte die selbe Erfahrung, als sie begann, mit einem Stock auf die Bienen einzuschlagen. Als Iga zum ersten Mal einen Bienenstock sah, begann sie, darauf einzuschlagen. Orang Utans tun das nicht, weil sie aggressiv sind. Sie wollen nur die Bienen aus dem Stock vertreiben. Es geht um den Honig, den sie so lieben. Iga macht ebenfalls große Fortschritte und lernt täglich viel dazu. 

Inul: wir haben lange Zeit Lobbying betrieben mit dem Forstamt, damit einer der "Zoos" hier geschlossen wird. Inul war in so einem "Zoo" untergebracht, gemeinsam mit Cuplis, einem männlichen Orang Utan. Die beiden waren in einem Käfig ohne Schatten, umgeben von Abfall, in ihren eigenen Exkrementen. Cuplis starb in diesem Käfig. Aber wir waren froh, dass unser Einsatz sich gelohnt hatte, und wir Inul zu uns nach Sintang bringen konnten. Inul reagierte sofort auf Willie, als sie ihn zum ersten Mal in Sintang sah. Jahre davor hatte sie Willie schon einmal gesehen, als er versucht hatte, die beiden Orang Utans aus dem "Zoo" herauszuholen. Orang Utans haben auch ein sehr gutes Gedächtnis. Sie fühlt sich heute wohl, von den Parasiten befreit und gesund.

Jamilah ist sehr wählerisch, was die Menschen um sie herum angeht. Mit Willie ist sie die süßeste Orang Dame, will immer eine kleine Handmassage oder Kraulen hinter ihrem linken Ohr. Es gibt nicht viele Pfleger, die sie mag. Es darf nur Adang ihren Käfig reinigen, wenn sie anwesend ist. Wenn andere Menschen kommen, nimmt sie ihnen regelmäßig die Besen und Kübel weg, und zeigt so, dass sie sie nicht mag.

Juvi hat ein neues Spiel entdeckt, das sie mit dem Personal spielen will: sie kommt an die Gitterstäbe, wenn Eko oder Vicktor kommen, und fordert die beiden auf, sie doch zu fangen. Sobald Eko im Käfig ist, rennt Juvi völlig belustigt davon. Wenn die Pfleger so tun, als würden sie jetzt gehen, beginnt Juvi wieder von vorne mit ihrem Fangenspiel.

Matuari hat mit Willie schon seine Kräfte in einem Wrestling Spiel austesten dürfen. Seitdem geht Matuari lieber weg, wenn Willie vorbei geht. 

Molly findet ihren Weg schon in den Sozialsierungskäfigen. Ihr bester Freund ist Bembi. Die beiden sind die jünsten in ihrer Gruppe.

Mungki geht es gut und er kann mit immer mehr Artgenossen interagieren. Wenn es ums Fressen geht, dann kann er ziemlich dominant und aggressiv werden, aber er kann mit Penai, unserem sensiblen Weibchen gemeinsam ohne Probleme gehalten werden. Er mag sie offenbar wirklich und manchmal möchte er sie umarmen, aber Penai scheint eine rein platonische Freundschaft lieber zu sein.

Oli ist momentan im Baby Käfig, obwohl er keines mehr ist. Er ist der dominanteste in dieser Gruppe, und wir werden genau prüfen müssen, mit welchen Orang Utans wir ihn in Zukunft zusammen lassen in der "Jugendlichen" Gruppe. Aufgrund der Mangelernährung in der Vergangenheit ist er nicht so stark wie Andere in seinem Alter. Weiters hat er eine Beinverletzung, die ihn daran hindert, so mobil zu sein, wie es sein sollte. Wir kennen viele andere Orangs, die mit Behinderungen gut leben können, und Oli benutzt das Knie seines gebrochenen Beins und wir hoffen, dass er trotzdem Fortschritte machen wird.

Oscar scheint vor nichts Angst zu haben und probiert immer wieder Neues aus. Es ist wunderbar zu sehen, wie viel Spaß er hat an seinem "freien" Leben hat. Seine Mutter wurde vor seinen Augen getötet und er wurde dann in einem Käfig gehalten. Im Wald ist er ein unglaubliches Talent. Er findet schon so viel verschiedenes Futter, Termiten, Früchte, junge Blätter... er scheint bereits zu wissen, was giftig ist und was nicht. Er ist aber auch ein Draufgänger. Er lässt sich von Ast zu Ast schwingen und fällt dann absichtlich vom Baum... wir hoffen, dass er bald ein bisschen weniger Risiken nimmt.

Penai: Als Penai im Center ankam, war sie sehr krank. Sie wurde aus einem Restaurant gerettet, wir dachten, sie würde nicht überleben. Sie ist heute sehr beliebt bei den "Jungs". Mungki und Matuari buhlen um ihre Aufmerksamkeit, aber Penai scheint das alles nicht zu interessieren. Aber trotzdem scheint sie geschmeichelt zu sein.  Aber die Annäherungsversuche von Matuari scheint sie zu genießen. Wir können die beiden nur leider nicht zu viel gemeinsam lassen, weil Penai in die Geschlechtsreife kommt und schwanger werden könnte. Natürlich wollen wir, dass sie wieder Babies bekommt. Aber das soll in der Freiheit und in der Wildnis passieren. Für Penai wäre eine Schwangerschaft und Geburt unter Aufsicht besser. Für das Baby jedoch ist die Freiheit im Regenwald das Um und Auf.

Ribang ist immer unterwegs. Immer auf der Suche nach Neuem. Er hat eine Menge Selbstsicherheit gewonnen, seit er in der "Bubengruppe" ist, die besteht aus Oscar, Oli und Gagas. Ribang ist immer der Erste, der die Milchflaschen in der Früh erwischt. Seine Liebe zu Fressen und Vielfalt half ihm, an Gewicht zuzunehmen, und vielleicht auch sein Selbstbewusstsein zu stärken. An seinen Backenfalten kann man erkennen, wie extrovertiert Ribang einmal werden wird.

Terra: um sie hatten wir uns wirklich Sorgen gemacht, als sie im Center ankam. Sie war ziemlich traumatisiert, aber sie konnte ziemlich rasch ihre Ängste ablegen. Heute wird sie auch öfters "Bissiges Mädchen" genannt...

Selly war zu Beginn in Tembak, weil sie dort in der Nähe gerettet wurde. Wir planen, mehr Babies in Sintang aufzunehmen, damit sie in einer Gruppe aufwachsen können und voneinander lernen. Weiters werden die Babies dann nicht von den Älteren gemobbt. Selly und Maya sind beste Freundinnen, sie gehen auch in die Waldschule gemeinsam. Sally klettert schon sehr gut und ist mutiger als Maya.

Viko ist ein sanftes Mädchen und öfters ängstlich. Bei ihrer ersten Begegnung mit all den anderen Babies wollte sie nicht von der Pflegerin weg. Die anderen Babies waren sehr interessiert, aber Viko wollte nicht runter aus den Armen der Pflegerin. Heute macht sie schon große Fortschritte, zwar immer noch eher im Hintergrund, aber immerhin zeigt sie keinen Stress mehr, wenn sie nicht andauernd geschaukelt wird. Als ein neuer Pfleger das Gehege reinigen wollte, war es Viko, die seine Hand hielt, während er seine Arbeit tat.

®Quelle und Originallink zu den Updates aus Sintang:

http://masarang.hk/2015/08/09/newsletter-2015/

Alle Updates wurden uns mit freundlicher Unterstützung vom Sintang Orang Center zur Verfügung gestellt