aktueller Stand in Sintang

Aktueller Status in Sintang

Zur Zeit haben wir 28 Orang Utans in Sintang. Sechs junge 0-4 Jahre alt, sieben jugendlich, 4-7 Jahre alt, drei Teenager 7-13 Jahre und sechs Erwachsene, 13+ Jahre. Die 22 Orang Utans sind allesamt gesund, während sechs andere sich noch in Quarantäne befinden (Bos Benni, Jako und die drei Neuankömmlinge Amory, Tom und Luxi und ein weiterer wilder Orang Utan), bis wir uns sicher sind, dass sie alle völlig gesund sind. 

In Tembak haben wir neun Orang Utans. Davon 5 Jugendliche, 3 Erwachsene (inklusive Joy) und ein Baby – Liesje. Die Tiere sind in zwei Gruppen eingeteilt, jeweils vier Orang Utans. Tanjung und ihr Baby sind noch in der Nachtstation zur medizinischen Überprüfung, aber nächsten Monat kommen sie in die Waldschule.

 

(aus dem Newsletter des Sintang Orang Utan Center)

ein update und geschichten über einige Orang Utans im soc

Penai wurde um 2004 geboren. Sie ist eine sehr sensible aber neugierige Dame. Sie ist ruhig, kann sich aber mittlerweile auch gut gegen Jamilah durchsetzen, was nicht immer der Fall war. Am Beginn hatte sie eher Angst vor manch ihren Artgenossen. Sie kann perfekte Nester bauen, welche jedoch leider immer wieder von ihren Gefährten zerstört werden. Sie lebte zuvor in einem kleinen Käfig in Penai- daher ihr Name. Falsches Futter, keine Möglichkeit, auch nur aufzustehen. Deshalb ist sie für ihr Alter viel zu dünn und zu klein. Aber sie entwickelt sich hier im Center gut seit ihrer Ankunft.

Matuari wurde 2007 geboren. Was hier im Center zerbrechen kann, wird von ihm erfolgreich zerstört. Er ist ein sehr starker männlicher Orang Utan, aber er hat auch die Geduld, jeden noch so widerspenstigen Knoten zu entwirren oder Schrauben zu lockern. Sein Favorit sind jedoch Stäbchen, mit denen er Futter von außerhalb des Käfigs "fischen" muss.  Wie alle von ihnen kam auch er völlig traumatisiert ins Center. Wir wissen nichts aus seiner Vergangenheit, aber so wie er sich benommen hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass er mitansehen musste, wie seine Mutter getötet wurde, bevor er an illegale Tierhändler verkauft wurde.

Jamilah wurde ca. 2001 geboren. Sie liebt es, mit den Babies zusammen zu sein. Aber sie ist auch ziemlich frech zu den Pflegern. Wenn diese sie in einen anderen Käfig bringen wollen, um ihren zu reinigen, dann setzt sie sich in die Türe und sekkiert die Pfleger mit einem Stock, während diese ihren Käfig putzen. 

Sie ist ein erwachsenes Weibchen mit viel schlechter Erfahrung bevor sie im Center ankam. Ihre Mutter wurde von Jägern getötet, und auch sie wurde am linken Auge getroffen und ist auf diesem Auge blind. Sie wurde dann ca. 12 Jahre auf einer Palmölplantage gehalten, musste dort Bier trinken und Zigaretten rauchen. Sie wurde von den Plantagenarbeitern sehr schlecht behandelt. Wahrscheinlich deshalb zeigt sie sehr deutlich, wen sie mag und wen nicht. Die meisten Orang Utans hier haben vor ihr Respekt bis sogar Angst. Im SOC gibt es nur zwei Personen, die sie wirklich mag. Wenn sie ihre Tage hat, dann kommt es allerdings vor, dass sie mit männlichen Pflegern flirtet! 

Frauen kann Jamliah überhaupt nicht leiden. 

Beno ist in etwa 2008 geboren. Er ist ein sehr freundlicher männlicher Orang Utan, braucht aber noch Zeit, um mehr Selbstvertrauen zu bekommen. Die Zeit wird das schon machen.

Er bewegt sich sehr langsam, ausser wenn er vor bissigen Ameisen fliehen muss. Er ist bis heute noch nicht fähig, sich von Ast zu Ast zu bewegen, daher rutscht er dann den Baum hinunter wie es Feuerwehrmänner tun. Auf dem Boden angekommen, rennt er sofort zu den Pflegern, damit die ihm helfen, die lästigen Ameisen loszuwerden. Er mag auch Regen nicht. Nicht einmal dann, wenn er mit Futter gelockt wird.

Als Beno bei uns ankam, konnte er fast nicht gehen. Auch er wurde in einem viel zu kleinen Käfig gehalten und hat daher auch keine Muskeln ausbilden können.  Sein Fell war wunderschön dick und lang - das ist aber kein gutes Zeichen. Im Gegenteil: wenn das Fell so "schön" ist, dann konnte oder kann sich das Tier nicht bewegen. Daher ist das Fell auch nicht abgenützt.

Beno liebt die jüngeren Artgenossen, wird aber auch des öfteren von ihnen sekkiert. Er war einer der ersten, die in die Tembak Waldschule gebracht wurde. Lange Zeit machte er keine Fortschritte, und die anderen Orang Utans begannen immer mehr, ihn zu "mobben". Daher haben wir uns entschlossen, ihn wieder zurück nach Sintang zu bringen, wo er gemeinsam mit den Jüngeren sein Selbstvertrauen aufbauen kann. 

Das half ihm enorm und er ist auf gutem Weg. 

Seine Futteraufnahme ist ein bisschen eigen: was immer er bekommt, nimmt er samt der Schale in sein Maul und wartet so lange, bis er sicher ist, dass es seins ist.

Bablu ist in etwa 17 Jahre alt. Sie ist unser perfekter "Wasserwerfer". Sie weiß genau, wie sie die Pfleger mit dem Wasser, das sie durch ihre Zähne spritzt, erreichen kann. Sie trifft jedesmal.

Es gibt nur einen, mit dem sie ihr Futter teilt: Rocky. Aber auch Rocky muss danach fragen. Aber er darf ihr sogar Futter aus dem Maul nehmen, und es ihr dann wieder geben. 

Bablu lebte 17 Jahre ein Menschen-Dasein. Die Mutter getötet, um dann an eine Familie in Putussibau verkauft zu werden, später dann bei einer Familie in Singkawang, von wo wir sie retten konnten. Als Familienmitglied bekam sie auch das Essen der Menschen, was sie extrem fett werden ließ. Sie trug ein Kopftuch und ging auf die Toilette - auch in der Nacht! Als Bablu bei uns ankam, war sie nach jeder Bewegung bereits atemlos, und es dauerte lange, bis sie sich an ihr eigentliches Futter gewöhnen konnte - Früchte und Gemüse. Aber sie hat eine Menge an Gewicht verloren seit ihrer Ankunft.

Es schien so, als begriff Bablu gar nicht, dass sie kein Mensch ist. Sie mochte keinerlei Dinge, die Orang Utans eigentlich lieben, sie wollte nicht spielen, sie war meistens grantig.

Erst als wir sie mit den etwas älteren Babies zusammenbrachten, zeigte sie ein bisschen Spielfreude. Allerdings möchte sie nicht, dass wir das sehen. Wenn wir sie beobachten, und sie kriegt das mit, hört sie sofort auf und tut so, als wäre ihr langweilig.

Bablu liebt es, auf dem Dach des Käfigs mit allen Vieren zu hängen und dort wild herum zu schaukeln.

Mungki, 16 Jahre alt, kam auch traumatisiert und gestresst im Center an. Er teilt sein Futter noch immer nicht mit Anderen und wird sehr leicht nervös, wenn er fremde Menschen sieht. Er hat wunderschöne lange Arme mit langen Fingern. Er liebt die weiblichen Pfleger und ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. 

Mungki war über 10 Jahre lang als Haustier gehalten worden und die meiste Zeit in einem Käfig eingesperrt. Als er eines Tages daraus entkam, mussten die Leute erkennen, welche Kraft ein Orang Utan entwickeln kann. Sie brauchten 10 Helfer, um ihn so halbwegs wieder in seinen Käfig zu bringen. Das war allerdings auch seine Rettung, denn die Halter informierten die Polizei, damit die ihn abholen kamen. Seine physische Konstitution war ganz in Ordnung, aber seine psychische Verfassung war schlimm. Wenn er gestresst ist, schaukelt er seinen Körper von links nach rechts.

Oli, ca. neun Jahre alt.

2010 brachte die Polizei einen kleinen Buben ins SOC. Sein Name ist Oli, und viel zu klein für seine geschätzten sieben Jahre. Er liebt es, die Anderen beim Fressen zu beobachten,  oder wenn sie gerade dabei sind, Puzzles im Käfig zu lösen, anstatt selber etwas zu tun.

Obwohl er nicht sehr gut ist im Puzzlen, liebt er es, Futter aus einem Kanister oder Honig aus einem Baumstamm zu fischen. Das sind einfache Behelfe, die wir benutzen, aber sie motivieren die Tiere dazu, ihre Sinne zu verbessern und ihre Intelligenz zu fördern. Sein Bein war gebrochen, es war nicht gut verheilt, und ist deshalb immer noch angeschlagen. Aber er ist trotzdem ein guter Kletterer.

 

Agung, 10 Jahre alt. Ein freundlicher männlicher Orang Utan. Er ist leicht an seinem dünnen Körper und seinem dunklen, langen Fell zu erkennen. Er liebt Futter so sehr, dass er zuerst alles in sein Maul steckt, bevor er beginnt zu kauen. Bananen sind sein Favorit und wenn man an seinem Käfig vorbeigeht, ohne ihm eine davon abzugeben, wird er wirklich "böse". Agung wurde 2015 von seinem Dasein als Haustier erlöst.

Selly, 3 Jahre jung. Sie ist ein tapferes kleines Mädchen, obwohl die Pfleger sie während der ersten Monate im Center in den Schlaf wiegen mussten. Sie ist ein Akrobat und liebt es, andere Nester von den Babies zu zerstören. In der Waldschule haben die Pfleger ihre Not mit ihr, weil wenn Selly erst einmal oben ist auf einem Baum, kommt sie schwer wieder herunter. Was an sich ja wunderbar ist, aber die Pfleger müssen auch wieder zurück und auch ein Schultag hat ein Ende.

Sally war eineinhalb Jahre alt, als sie ins Center kam. Sie war in einem Geschäft in Belimbing, wo der Inhaber sie von einem Wilderer gekauft hatte. Nach einiger Zeit tat das Tier dem Mann leid, und er brachte sie zu uns. Sally ist sehr aktiv und sie liebt jeden.

Maya, drei Jahre.

Im Februar 2015 kam Maya ins Sintang Orang Utan Center. Sie war erst eineinhalb Jahre jung und lebte in einer sehr kleinen Box. Sie war immer noch zu jung, um sie mit den Anderen zusammenzubringen, so entschieden wir, dass sie mit Sally zusammen sein sollte. Maya schrie lauthals, wenn Sally sie zum Spiel animieren wollte, sie glaubte, dass Sally es nicht gut mit ihr meinte. Sie waren nicht wirklich Freunde.

Aber von einem Tag zum anderen wurden die beiden unzertrennlich und Maya schrie wieder ab und zu, diesmal aber, weil sich Sally zu weit weg von ihr bewegte. Wo immer Sally hinging, Maya war auf ihrem Rücken. In der Waldschule ist Sally manchmal zu schnell für Maya und dann wird sie panisch, weil sie nicht mehr weiter weiß. Dann kommt es vor, dass die Pfleger Maya vom Baum holen müssen. Ihr Favorit ist der Wasserschlauch im SOC. Sie ist sehr neugierig, intelligent und aktiv. Ein paar ihrer Finger fehlen, so als wären sie abgeschnitten worden. Die Wunden waren infiziert bei ihrer Ankunft. Es waren wahrscheinlich Macheten, mit denen ihre Mutter getötet worden war, die auch ihre Finger trafen.

Dora, auch 2014 geboren ist auch sehr clever und dominant und sie schreit, wenn sie ihr Futter nicht pünktlich bekommt. Sie spielt am liebsten mit Wasser und sie spuckt es jedesmal durch den Käfig, wenn jemand vorbei geht. Sie war erst zwei Jahre, als sie ankam. Mehr von ihr wird später noch folgen....

Mona ist erst in etwa ein Jahr alt. Sie liebt alle Babies, spielt aber am liebsten allein. Sie wird immer aktiver und sie klettert schon ziemlich gut. Sie schaut sich von den Anderen alles Notwendige ab, sie beobachtet genau, was die Mitbewohner mit den Dingen tun, die in den Käfigen herum liegen. 

Mona wurde angeblich im Wald "gefunden", von einem einheimischen Jäger. Er nahm sie mit nach Hause, aber nachdem sie so dünn war, dachte er, sie würde nicht überleben und nach sechs Tagen brachte er sie zu uns....

 

Ein Update über Mona finden Sie unter dem Button weiter unten:

Aming, ebenfalls in 2014 geboren, ist ein sehr freundlicher und ruhiger kleiner Orang Utan. Er war sofort "heimisch", als er in Sintang ankam, er spielt mit allen und liebt alle Pfleger. 

Nachdem er so einen ruhigen Charakter hat, wird er auch dafür eingesetzt, nervöse Orang Utans einzugewöhnen, die vielleicht noch ängstlich sind.

Aming kommt aus einer Haltung als Haustier. Er war für ca. einen Monat bei einer Familie, die ihn von einem Wilderer gekauft hatte. Weil sie wussten, dass es illegal ist, einen Orang Utan zu halten, brachten sie ihn zu uns.

Weil er noch so klein war, brachten wir ihn mit Mona zusammen. Mona schrie sehr oft und Aming schien sie zu beruhigen.  Aming wird von Tag zu Tag aktiver und er wird sich sicherlich gut entwickeln.

Leon, drei Jahre. Er ist ein sehr vifer kleiner  Orang Utan Mann. Er ist den Anderen um einiges voraus, wenn es um die Puzzles in den Käfigen geht. Sein Favorit ist aber die Kokosnuss.

Mehr Informationen über seine Herkunft folgen....

Benazir, etwa fünf Jahre alt. Sie ist eine ruhige Orang Utan Dame, die gerne alleine ist. Sie will auch nicht mit Anderen spielen. Aber ihre Spielsachen im Käfig liebt sie. Blätter mit ein bisschen Schmutz darauf sind aber ihre Favoriten. 

Sie lutscht mit Vorliebe auf ihrem Zeigefinger...

Mehr Information folgt....

Moni, drei Jahre, männlich. Moni ist ruhig und auch sehr intelligent. Er kann bereits Nester bauen, was für sein Alter wirklich besonders ist. Er liebt Kokosnüsse und kann sie sogar selbst öffnen.

Mehr Infos kommen..

Rocky, 2013 geboren, ist ein sehr verspielter Orang Utan, der alles liebt, was wir ihm zur Verfügung stellen. Er stiehlt jedoch auch die Spielsachen aus den Nachbarkäfigen mit Vorliebe. 

Er ist einer der wenigen Freunde von Bablu, er darf ihr sogar ihr Futter wegnehmen....

Mehr Infos folgen auch über ihn..

Boy, 2012 geboren, ist am leichtesten zu erkennen, weil er leider sehr sehr dick ist. Meistens werden Orang Utans in Käfigen vorgefunden bei ihrer Rettung, das erwarteten die Polizei und das Rettungsteam auch bei Boy´s Rettung. Aber was sie fanden, war ein kleiner Orang Utan, der in Kleidern herumlief. Er wurde wie ein Menschenkind aufgezogen, trug Kleidung und Windeln. Er bekam täglich eine Dusche, seine Zähne wurden geputzt und er war an die Toilette gewöhnt. Er fragte sogar nach einem sauberen T-Shirt, wenn seines schmutzig war.

Glücklicherweise dauerte es aber nicht lange, ihn an seine neue Umgebung in Sintang zu gewöhnen, obwohl er sehr ängstlich war. Aming half ihm, langsam seine Scheu abzulegen und sich Orang Utan Gewohnheiten anzugewöhnen. Seine Fortschritte waren schön zu beobachten, weil er sich nicht lange Zeit ließ damit, sich wie ein Orang Utan zu benehmen.

Victoria, zwei Jahre jung, ist eine unserer Baby-Champions im Nestbau. Sie baut ihre Nester höchstmöglich aus den tollsten Blättern und schläft dort hingebungsvoll. Sie lebt mit mehreren Babies zusammen, möchte aber auch am liebsten alleine sein. Die meiste Zeit ist sie ganz oben in den Behausungen.

Victoria war nur neun Monate alt, als sie in Sintang ankam. Sie wurde von Arbeitern "gefunden", die gerade am Straßenbau tätig waren. Wir hören diese Geschichten immer wieder, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass Orang Utan Babies alleine durch die Gegend streifen. Ihre Mütter würden sie niemals alleine lassen. Viel wahrscheinlicher ist die andere Version: sie haben ihre Mutter getötet, um das Baby zu verkaufen oder als Haustier zu halten. Updates über Victoria finden Sie unten im  Button:

 

Niky Chris, fünf Jahre alt, ist sehr interessiert an allem, was wir ihr zur Verfügung stellen. Ihre Lieblingsspielzeuge sind allerdings natürliche Dinge wie Kokosnüsse oder Ameisennester. Wenn sie Rattan Stäbe bekommt, versammeln sich Oli und Rocky um Nicky, um sie dabei zu beobachten, wie sie die Stäbe auseinander nimmt. Sobald sie damit fertig ist, machen sich die anderen daran, die Fasern zu fressen. Sie lässt es (noch) zu, weil sie noch nicht stark genug ist, nein zu sagen, aber sie weint, wenn ihr das Futter weggenommen wird. Sie beginnt von neuem und frisst dann erst. Niky Chris ist noch nicht lange im Center. Auch sie wurde als Haustier gehalten, in einem Käfig, allerdings mit einer Kette um den Hals. Sie bekam Reis, gezuckerte Säfte und Früchte zu fressen. Natürlich war sie untergewichtig und mangelernährt. Aber sie erholt sich rasch und sie wird ein toller und wilder Orang Utan werden. Da sind wir sicher.

Alle Bilder und Originaltexte wurden uns vom Sintang Orang Utan Center zur Verfügung gestellt.

Quelle: http://www.soc.or.id/about-soc/orangutan-sintang.html

Alle Bildrechte: ©Sintang Orang Utan Center