neues aus betung kerihun/putussibau

...die ersten Berichte von den Überwachungsprogrammen

Evaluierung der Freilassungen

Nachdem die zweite Orang Utan Freilassung und die Überwachungsphase erfolgreich gelaufen war, hielten wir am 2. August ein meeting mit dem Personal und den Leitern und Angestellten des Nationalparks Betung Kerihun in Putussibau. 

JUVI

Während der Beobachtungsphase der zweiten Gruppe wurde plötzlich Juvi nahe der Station gesichtet. Sie sah sehr gesund aus, ihr Haar ist länger und glänzender, und es sieht aus, als hätte sie an Gewicht zugelegt. Als wir sie sahen, fraß sie gerade Früchte hoch oben in den Bäumen.

Nach dem monitoring kommt die Patroullier-Schicht. Juvi wurde mit Hilfe der Fernmesstechnik gefunden. Die Signale kamen von der anderen Seite des Flusses, so suchte das Team und fand zuerst das Nest, und dann schließlich Juvi.

Jojo und Cemong

Die beiden haben sich entschieden, tiefer in den Regenwald zu gehen in Richtung Norden. Die Signale werden immer schwächer, aber von der ersten Schicht Überwachung wissen wir, dass es den beiden gut geht. 

BEMBI und MoLLY

Aus der zweiten Gruppe sehen wir regelmäßig immer noch Molly, die nahe der Station bleibt. Bembi bewegt sich immer weiter fort, sodass seine Signale auch immer schwächer werden. Molly hat einen neuen Freund: einen wilden Orang Utan, der offensichtlich mit ihr eine Beziehung aufbauen möchte. 

WILDER ORANG UTAN

Am 30. Juli während der Beobachtungen sahen wir plötzlich, ca. 10m Meter von Molly entfernt, einen wilden männlichen Orang Utan, in etwa 10-12 Jahre alt. Er war zuerst ziemlich verärgert über Molly´s und auch unsere Anwesenheit, dass er wie wild Äste zerbrach und die Bäume schüttelte. Nach etwa einer Stunde zog er dann weiter in den Wald hinein und Molly folgte ihm nach.

JOY

Nun zu den nicht so tollen Neuigkeiten: Joy hat leider gezeigt, dass sie noch nicht soweit ist, sich von den Menschen ausreichend zu entfernen. Sie ist noch viel zu neugierig, wenn es um Menschen geht. Das kann für sie jedoch gefährlich werden, weil auch die Dayaks in den Wald kommen, um sich Früchte zu holen, oder zu fischen. Wir versuchten schließlich, sie weiter in den Wald zu transportieren, und dort frei zu lassen. Aber vier Tage später war sie wieder bei uns. 

Ein noch größeres Problem aber war die Wunde auf ihrem Rücken, die nicht verheilen konnte, weil sie offenbar daran kratzen konnte. Die Wunde stammt von dem Transmitter, der ihr eingesetzt wurde. Sie hat extrem lange Arme, die es ihr ermöglichen, bis an ihren Rücken zu gelangen. Die Wunde war bereits mit Maden besetzt, und wir mussten Joy wieder zurück nach Tembak bringen, wo ihre Wunde behandelt wird.

Es wurde versucht, diese Behandlung in Betung zu machen, aber Joy brach alle Käfige auf, und zerstörte einfach zu viel im Camp.

Sobald ihre Wunde verheilt ist, wird sie wieder zurück gebracht, damit sie in Betung leben kann. 

®Copyright alle Bilder: Sintang Orangutan Center 

Text: Sintang Orangutan Center, frei übersetzt