die arbeit in sintang

Prävention und Rettung:

Gemeinsam mit der Forstpolizei werden Informationen über illegal gehaltene Orang Utans gesammelt., der Handel mit Orang Utans und eventuelle "Zusammenstöße", die Probleme verursachen könnten mit den Eingeborenen.

Das Sintang Orang Utan Center informiert die Menschen auch über die Wichtigkeit von Umwelt- und Tierschutz. Die Eingeborenen haben wenig bis keine Bildung und wissen daher nicht, wie wichtig die Tiere für den Regenwald und die Artenvielfalt sind.

Die Menschen hier denken nicht langfristig, auch aus dem Grund, weil sie nur geringes Einkommen besitzen und die Aussicht auf Wirtschaftswachstum so gut wie null ist. 

Die Gegenden, in denen illegaler Handel betrieben wird oder Orang Utans getötet werden, oder die Flächen, die gerodet werden, sind normalerweise fern von Städten. 

Während auf der einen Seite die Menschen sowohl vom SOC als auch von der Forstpolizei geschult und informiert werden, werden so auch durch Informationen aus der Bevölkerung illegale Händler und Wilderer ausgeforscht.

 

Rettung:

Sobald die Behörden auf einen Fall aufmerksam geworden sind, begleitet das SOC Team sie bei der Evakuierung und bringen die Tiere auf die Station. Das ist nicht immer einfach, denn wie oben erwähnt, verstehen die Menschen hier nicht, dass es nicht erlaubt ist, einen Orang Utan im Haus zu halten. Im Idealfall übergeben die Familien das Tier und das Team kann ihnen erklären, wie wichtig jedes einzelne Tier für den Regenwald und letztlich für die Eingeborenen hier ist. Wenn die Menschen kooperieren, dann kommt es auch vor, dass sie dem Team weitere Fälle nennen, wo Orang Utans gehalten werden. 

Quarantäne:

Sehr oft sind die Orang Utans krank, wenn sie in SOC ankommen. Sie sind traumatisiert, mangelernährt und krank. Daher werden die ersten Wochen in Quarantäne verbracht, es werden Daten gesammelt und so genaue Information über ihren Gesundheitszustand. Nebst viel Zuneigung bekommen sie auch Medikamente und die nötigen Behandlungen. Manche von ihnen haben TBC, Hepatitis, was auch auf Menschen übertragen werden könnte, ebenso wie auf ihre Artgenossen.

Manche sind derartig traumatisiert, dass sie noch längere Zeit brauchen, um den nächsten Schritt in die Sozialisierung machen zu können. 

Sobald sicher ist, dass ein Tier gesund genug ist, kann es mit anderen Orang Utans, je nach Altersklasse, zusammengeführt werden.  - Das sind die Sozialisierungskäfige. Meist ist das dann das erste Mal, dass ein Baby beispielsweise einen Artgenossen trifft. 

Auch Orang Utans haben verschiedene Charaktere, und so muss auch gewährleistet sein, dass die verschiedenen Gruppen zusammenpassen. Das hilft jedem Einzelnen bei seiner Entwicklung, weil die Tiere unheimlich schnell und viel voneinander lernen. Sie leiden so nicht an Langeweile und lernen auch soziales Verhalten.

Sozialisierung:

Während dieser Phase lernen die Tiere alles, was nötig ist, um ein Zusammenleben im Regenwald möglich zu machen.  Viele von ihnen haben es nie gelernt oder auch verlernt, welche Blätter wozu gut sind, giftig oder Medizin sein könnten. Das Team bringt täglich verschiedenste Früchte und Blätter. Manchmal fängt ein  Baby sofort mit so etwas Ähnlichem wie Nestbau an. Meistens aber sind diese Dinge neu für die Tiere. 

Während dieser Phase werden die Tiere genau beobachtet und analysiert. Es wartet der nächste große Schritt: die "Waldschule"

Die Waldschule in Tembak

Die Schule besteht aus unberührtem Regenwald, der von Eingeborenen zur Verfügung gestellt wurde.  Es sind Bereiche mit elektrischen Zäunen umgeben, jeder ca. zwei Hektar groß.

Hier lernen die Tiere das Klettern, das Bauen ihrer Nester sowie das Überleben im Regenwald.

Der Zaun dient dazu, dass das SOC Team die Tiere weiter beobachten und beaufsichtigen kann. Er verletzt die Tiere nicht, er zeigt ihnen nur, dass hier die Grenze ist, und sie in diesem geschützten Bereich bleiben müssen. 

Warum braucht man diese Schule? Die Orang Utans lernen in der Wildnis all ihre Fähigkeiten im Laufe von sieben Jahren von ihrer Mutter. Die Schützlinge in SOC kennen all die notwendigen Dinge noch nicht. Der Nestbau ist nur ein kleiner Teil des Wissens, das sie zum Überleben brauchen. 

Während dieser Zeit werden die Tiere ohne Unterbrechung von spezialisierten Leuten vom SOC überwacht und unterstützt. Sie begleiten die Tiere täglich dort hin und motivieren sie zu klettern, die verschiedenen Äste und Bäume kennenzulernen und schließlich auch, wie sie Nahrung finden können.  Dafür werden in den Bäumen Früchte versteckt, die sie dann finden müssen, um nur ein Beispiel zu nennen. 

Auch hier wird genau ihr Verhalten beobachtet, um dann von Wissenschaftern und Biologen die Bestätigung zu bekommen, dass sie nun "fertig für das Leben in der Wildnis sind".

Dieser Bereich im Wald ist auch deshalb wichtig, weil die Tiere unter verschiedensten Wetterverhältnissen lernen müssen, ihre Nester zu bauen, lernen, wie man zu Honig kommt, ohne gestochen zu werden, und wie man von Ast zu Ast klettert, ohne abzustürzen.

Und so ganz nebenbei werden auch Depressionen (ja- auch Tiere haben Depressionen) gelindert, und der Stress reduziert.

 

Es wird gerade eine zweite "Schule" geplant, die nur 5km vom Sintang Orang Utan Center entfernt ist. Das Gebiet dort heisst Jerora, und ist ebenfalls unberührter Regenwald. Dieses Land gehört Pater Jacques Maessen und daher wird hier kein Geld investiert für den Erwerb dieses Landstücks.


Die Freilassung - der große Tag

Die Orang Utans, die das ganze Programm erfolgreich durchlaufen haben, können nun frei gelassen werden. Es sind strenge Kriterien, die zu erfüllen sind von den Tieren, bevor sie in die Wildnis entlassen werden können. Nicht nur alle medizinischen Kontrollen, auch ihr Verhalten, und letztlich muss auch der Pfleger, der die ganze Zeit nahe den Tieren war, sein "Ok" geben. 

Das Gebiet, in das die Tiere entlassen werden, wurde genauestens untersucht, ob es die Kapazität hat, ob es für die Tiere einen echten Lebensraum darstellen kann, und letztlich auch, ob es denn sicher sein wird für jeden von ihnen. 

Drei Monate noch nach der Freilassung werden die Tiere überwacht, damit das SOC sicher sein kann, dass die Entscheidung richtig war. Die ersten drei Teams der Orang Utans sind gechippt, so können sie genau geortet werden, was auch bei künftigen Auswilderungen hilfreich ist. 

Momentan leben 14 Orang Utans in der Tembak Waldschule, und fünf davon sind bereit für die Auswilderung.  Es werden immer Teams von dreien ausgewildert, sodass pro Jahr neun Tiere letztlich zurück in die Wildnis können.

Das Gebiet ist der Betung Kerihun National Park, sieben Stunden von Sintang entfernt, und ist rd. 817.000 Hektar groß.  Er besteht aus reinem, ursprünglichem Regenwald., und es lebt immer noch eine wirklich wilde Population Orang Utans dort in dem Abschnitt von Embaloh. Die letzte Zählung war dort 2014 durch Forina, WWF und dem National Park und es wurden 773 wildlebende Orang Utans gezählt.

 

Das SOC ist gerade dabei, ein Abkommen mit dem Nationalpark zu schließen, das sicherstellt, dass dieses Gebiet langfristig geschützt wird. Es ist jetzt bereits sichergestellt, dass die Orang Utans von Security Teams bewacht werden, aber es geht natürlich auch um den Regenwald, der ebenso geschützt werden muss. Der Nationalpark hat gemeinsam mit anderen Organisationen ein Programm erstellt, das den Bewohnern Einkommen sichert, ohne Wald verkaufen zu müssen. 

© Alle Bilder: Sintang Orang Utan Center

Originaltext hier nachzulesen: http://www.soc.or.id/programe/rehabilitation.html