Manfred, hier bereits in Sintang, ®Sintang Orangutan Center
Manfred, hier bereits in Sintang, ®Sintang Orangutan Center

Das ist Manfred 

ca 1,7 Jahre alt,

Ankunft in Sintang: 13.3.2019

 

Als er in Sintang ankam, war er komplett dehydriert und mangelernährt. Heute ist er komplett gesund, wie man auf den aktuellen Bildern erkennen kann. 

Die Forstaufsicht aus West Kalimantan hatte im Sintang Orangutan Center angefragt, ob das Team dabei helfen kann, Informationen nachzugehen, nachdem es angeblich in einem Dorf namens Nanga Awin einen kleinen illegal gehaltenen Orangutan gibt. Nach einer fünfstündigen Autofahrt dorthin stellte sich die Information leider als richtig heraus. In einem einfachen Holzhaus hinter einer Kirche wurde der Kleine gefunden, in einem Fischernetz als "Behausung".

Der Moment, als der Tierarzt aus Sintang das Baby vorfand.... Als Nahrung nichts weiter als Zuckerwasser...
Der Moment, als der Tierarzt aus Sintang das Baby vorfand.... Als Nahrung nichts weiter als Zuckerwasser...

Es stellte sich heraus, dass der "Besitzer", ein Dayak, den Orangutan an einem Wasserloch am Kapuas Fluss nahe der Stadt Putussibau gefangen hatte. Er gab keine weiteren Informationen heraus, nur dass der Wald dort noch sehr gut erhalten wäre und normalerweise gehe er dorthin fischen und jagen. Wie immer überprüften sie ihre Fallen, die sie gelegt hatten, ob sich ein Tier dort verfangen hätte und dort fand er dann das Baby, mit einem Arm in der Schlinge. Er bestritt, dass er dort die Mutter des Kleinen gesehen hätte, aber lange Haare von einem erwachsenen Tier hätte er sehr wohl gesehen. Die Dayaks wissen, dass schon einige von ihnen ins Gefängnis gegangen waren, nachdem sie Orangutans getötet und gegessen hatten. Mit Sicherheit war die Mutter auch in der Falle gefangen. Und mit Sicherheit wurde sie für ihr Fleisch getötet.

Der Dayak hatte Manfred für drei Monate als die Forstpolizei und das Sintang Team dort auftauchte. Er hatte christliche Tatoos und beteuerte, dass er strenger Katholik sei. Er hielt das Baby nur mit Zuckerwasser am Leben, ab und zu auch Waldhonig dazu. Fast die ganzen Monate war das Baby in dem Fischernetz gefangen, das oben auf dem Bild zu sehen ist.

in der armseligen "Behausung"..
in der armseligen "Behausung"..

Als Dr. Jati das Tier zu sich nahm, versuchte es, davonzukommen, aber fiel beinahe in Ohnmacht. Einen Tag später und es wäre vielleicht schon zu spät gewesen! In seiner Hand war immer noch Material von der Falle, und diese Wunde wurde noch in der selben Nacht versorgt, als wir wieder in Sintang zurück waren. Ein Finger allerdings musste amputiert werden. 

Der "Eigentümer" wollte noch Geld dafür haben, dass er das Tier "am Leben erhalten hatte", aber natürlich erntete er dafür nur die passende Antwort.

Die notwendigen Dokumente wurde ausgefüllt und dann ging es auf die Reise in eine bessere Zukunft für Manfred. Im Auto wollte Manfred nicht gehalten werden, aber er kletterte auf Dr. Vicktors Hals und hielt sich dort in dessen Haaren fest, so wie die Orangutans auch bei ihren Müttern machen würden. 

Unser medizinisches Team schaffte es in kürzester Zeit, Manfred wieder aufzupäppeln. Er ist immer noch sehr wild, er will nach wie vor nicht gehalten werden, aber er fühlt sich mittlerweile schon wesentlich sicherer, was man an den kleinen Wangenfalten sehen kann, die ihm gewachsen sind in der Zeit, in der er mit den anderen Babies zusammen ist.

Sein bester Freund scheint Tom zu sein, der ein wenig älter ist.

Tom lässt absolut niemanden an Manfred heran, außer wenn Eni, einer unserer Babysitter in Sintang, mit ihm zuerst spielt, und Manfred dann dazukommt. 

Mit einem Freifahrtschein für gute Gesundheit und natürliches Verhalten denken wir, dass Manfred die verschiedenen Entwicklungs- und Schulungsstufen durchwandern wird, bevor er wieder in die Freiheit entlassen wird. 

Wir, das Team von Sintang, arbeiten hart daran, die Dayaks zu beeinflussen, ihre Jagdtechniken zu ändern, die notwendige Bildung zu erhalten und möglicherweise auch Arbeit im SOC zu bekommen. Im Gegenzug dazu helfen uns die Dayaks, Menschen von Betung Kerihun fernzuhalten und so die Auswilderungsprojekte langfristig zu sichern. 

Manfred beim Versuch, ein Nest zu bauen, und eine Frucht aus einem Eiswürfel zu bekommen. Man sieht auch schon die Ansätze der typischen Wangenbacken, die die männlichen Orangutans später bekommen.
Manfred beim Versuch, ein Nest zu bauen, und eine Frucht aus einem Eiswürfel zu bekommen. Man sieht auch schon die Ansätze der typischen Wangenbacken, die die männlichen Orangutans später bekommen.

EIN GROSSES Dankeschön an alle Unterstützer, alle, die uns Spenden zukommen lassen, denn unsere Patienten in Sintang brauchen Jahre, bis es für jeden Einzelnen dann soweit ist, dass sie ausgewildert werden können.

Links: Manfred beim Turnunterricht und rechts wird er von Tom festgehalten, und wahrscheinlich werden die beiden während der gesamten Rehabilitationsphase beisammen bleiben
Links: Manfred beim Turnunterricht und rechts wird er von Tom festgehalten, und wahrscheinlich werden die beiden während der gesamten Rehabilitationsphase beisammen bleiben

Den Originaltext dieses Blogs von Willie Smits können Sie hier nachlesen.

Alle Bilder und Text: ®Masarang.hk und Sintang Orangutan Center